Der Ölverbrauch steigt weiter

Sisalfaser

Wie viel Öl liegt noch in der Erde?.

Die ersten Raffinerien entstanden schon zum Beginn der Mineralöl-Ära, also Mitte des Jahrhunderts. Der erste Raffineriebetrieb wurde von Ignacy Łukasiewicz, dem Erfinder der Petroleumlampe, in Ulaszowice (Polen) eingerichtet. G8 Abituraufgaben Chemie aromatische Kohlenwasserstoffe /B1 Bereits gelang dem Kaufmann und Apotheker Otto Unverdorben die Darstellung von Anilin aus Indigo.

Inhaltsverzeichnis

Wohl in undeutlicher Erinnerung an diese Flüchtlingsströme wird im Gründungsmythos Venedigs angenommen, dass die Stadt im Jahr entstand.

März den Jahrestag der Gründung. Dabei fügten Legenden zahlreiche Details hinzu. Die ungünstige Quellenlage erlaubt kaum weiter gehende Aussagen.

Stärkere Eingriffe erfolgten zudem durch die Salzgewinnung. In gewissem Sinne trug die politische Verselbstständigung Venedigs zu dieser Entwicklung bei. Um wird erstmals ein Dux Führer oder Herzog erwähnt, das Amt des Dogen entstand, doch wissen wir kaum etwas über die ersten Dogen. Der Amtssitz war, folgt man der venezianischen Tradition, Heraclea. Er wurde später nach Malamocco verlegt, und wurde Rialto zum dauerhaften Amtssitz.

Mit der Eroberung Ravennas durch die Langobarden endete etwa die byzantinische Herrschaft in Oberitalien. Die Langobarden wurden ihrerseits ab durch die Franken unter Karl I. Bereits vor residierten venezianische Händler in Ravenna und in der Pentapolis. Mehrere Faktoren führten zu erheblichen Umverteilungen nicht nur der Machtzentren, sondern auch der Bevölkerung innerhalb der Lagune. Wahrscheinlich zog sich die Bevölkerung mehr und mehr auf die besser geschützten Inseln in der Lagune zurück, um Piraten zu entgehen, die im 9.

Jahrhundert in die obere Adria vordrangen. Zu diesen Eindringlingen zählten die Ungarn, verschiedene slawische Gruppen und die Sarazenen. Zum Rückzug könnten aber auch Epidemien, wie etwa die Malaria beigetragen haben, die Torcello schwer zu schaffen machte.

Rialto lag zu dieser Zeit noch so nah an der Küste, dass man von dort einen berittenen Mann erkennen konnte. Neben Torcello waren es Städte in der nördlichen Lagune, die zunächst erheblich bessere Ausgangschancen zu haben schienen.

So entwickelten sich die auf diesen Inseln entstandenen Städte Ammiana und Costanziaco seit der Spätantike. Jahrhundert absorbierte Venedig jedoch zunehmend die Orte der Lagune. Torcello wurde ab dem Jahrhundert nach und nach aufgegeben, ähnlich Ammiana und Costanziaco. Dazu dürfte auch der steigende Meeresspiegel beigetragen haben. Die Lagune, die sich auch ohne Beteiligung des Menschen ständig veränderte, wurde in ihrer Ökologie nun zunehmend von dessen Eingriffen bestimmt.

Diese gingen anfangs von lokalen Versuchen aus, gezielt Probleme zu lösen, wie etwa die Entfernung organischer Abfälle. Der Eintrag dieser überwiegend agrarischen Abfälle, dazu die Veränderung des Lagunenrandes durch extensive Nutzung, verwandelten die Lagune zunächst unmerklich. Diese Veränderungen kamen einerseits vom Rande der Lagune: Diese Güter dienten überwiegend der Selbstversorgung der in den städtischen Siedlungen lebenden, vermögenden Familien.

Andererseits veränderte sich die Lagune von den Schwerpunkten der Fischerei her: Überaus stark wirkte sich bereits im frühen Mittelalter der Fischfang aus, ein Einfluss, der sich im Spätmittelalter und in der Renaissance verstärkte. So entstanden im Norden und im Südwesten sogenannte valli oder valli da pesca , unter denen man abgegrenzte Fanggründe verstehen muss, wie etwa das Valle Millecampi im Südwesten der Lagune. Neben dem Fischfang spielte auch die Jagd auf Vögel eine gewisse Rolle.

Zudem wurden die Schilfgürtel zunehmend genutzt, um billiges Brennmaterial zu erhalten. Bis in die Frühe Neuzeit durften die Bäcker, genauer gesagt die Lohnbäcker, das Schilf kostenlos schneiden, um es in ihren Backöfen zu verfeuern.

Dem Fiskus der Stadt brachten all diese Einnahmen aus privater Bewirtschaftung nur mittelbar Gewinn, den einfachen Leuten jedoch billiges Brot. Der Süden der Lagune wurde daher partiell zugunsten von Salinen umgestaltet. Der Magistrato alle Acque überwachte nun nicht mehr nur die Wasserwege, sondern er war zugleich mit umfangreichen Mitteln und Mannschaften ausgestattet, um die lagunaren Kanäle in Stand zu halten. Die bereits gegründete erste Institution zur Überwachung der Kanäle sperrte das Bacino di S.

Marco für Reparaturarbeiten, sowie für das Laden und Abladen von Ballast, damit es für den Verkehr frei blieb. Das galt etwa für Gerbereien oder die Glasindustrie, die nach Murano umziehen musste. Dabei wirkte das Vorgehen nur im Nachhinein konsequent. Die Zeitgenossen tendierten zu sehr widersprüchlichen Lösungen, wie die Umleitungen des Brenta zeigen. Es ist also eine lange Kette von Versuchen und Irrtümern, von Veränderungen der gesellschaftlichen Kräfte- und Interessenverhältnisse.

Es wäre überaus interessant zu wissen, wie der Magistrato alle Acque sich jeweils zusammensetzte, wie seine Mitglieder und die in alles hineinwirkenden Mitglieder der Regierung, der Dogen, Senatoren, Ratsmitglieder und Savi sich auseinandersetzten und welche Interessen sie dabei vertraten. Doch nicht nur langfristige und oftmals sehr kurzsichtige wirtschaftliche Interessen wirkten sich auf die Lagune aus, wenn sie auch immer mit anderen Interessen verschränkt waren, sondern auch die rudimentäre Verwaltung und vor allem die militärische Sicherung.

Eine wichtige Rolle beim Warentransport spielten die kleinen Flüsse, die in die Adria oder in die Lagune mündeten. So entfiel das leidige Umladen zwischen Hochseeschiffen und Barken. Der oftmals umkämpfte Torre delle Bebbe schützte und kontrollierte diese wichtige Zufahrt. Einige Ausbauten, wie die Kanalverbindung nach Noventa und der Bau eines Kanals im Jahre , erhöhten noch die weit reichende Bedeutung dieses Gewässers.

Ähnliches gilt für das Flüsschen Sile , das bis Treviso schiffbar war, und an dem die Getreidemühlen der Republik standen. Zudem wurden die am Ostrand der Lagune befindlichen Sandbänke, die Lidi, besiedelt und mit Häfen, Befestigungen und Wellenbrechern ausgestattet.

Die Sandbänke der Lagune waren dabei weiterhin in ständiger Bewegung. Von dort brauchte man ungefähr noch vierundzwanzig Stunden bis Heraclea und später nach Malamocco. Sie führten die oftmals schwer manövrierbaren Schiffe durch die Lagune, die mit ihren Untiefen - damals schon aus Gründen des Schutzes gegen feindliche Flotten unmarkiert - schwer zu befahren war.

Mit den Lotsen an Bord wurde zunächst S. Jahrhundert Haupthafen war angesteuert, wo sich neben einem Leuchtturm eine Kontrollstation befand. Hatte ein ausfahrendes Schiff diese passiert, so durfte niemand mehr einsteigen.

Umgekehrt mussten bei der Einfahrt alle an Bord bleiben, bis man an S. Allerdings wurde diese Stelle im Laufe des Danach setzten die Schiffe die Einfahrt fort. Während sich die Wirtschaftskraft um Rialto konzentrierte, konnten im Norden der Lagune immer weniger Menschen von ihrer Arbeit leben. Die Bevölkerung wanderte mit dem Niedergang der Städte mehr und mehr nach Venedig.

Um die Inseln dennoch zu sichern, versuchte man durch die Ansiedlung von Klöstern, ähnlich wie beim Stadtausbau in Venedig selbst, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. So wurden überwiegend ab dem Doch im Spätmittelalter mussten einige dieser Einrichtungen aufgrund des steigenden Meerwasserspiegels wieder aufgegeben werden. Die meisten Klosterbewohner waren Frauen, deren Zahl sich nur schwer ermitteln lässt.

Danach sank die Zahl der Nonnen kontinuierlich. Auch versuchte Venedig schon im Jahrhundert durchzusetzen, dass die Zuflüsse zur Lagune nicht mehr ohne seine Zustimmung verändert werden durften. Als Padua den Lauf des Brenta veränderte, kam es zum offenen Krieg. Gegenüber den Kreuzfahrern, die sich in Venedig sammelten, beanspruchte Venedig bereits das gesamte Flusssystem bis vor Mailand.

Dabei ging es immer wieder um die Monopolisierung des Handels, um Stapelzwang, Sicherung der Wege und Rechte der venezianischen Händler, um die Abwehr von Konkurrenten. Auch wenn dies gern im Jahrhundert so interpretiert wird, war Venedig nicht eine Verfechterin von ökologischen Interessen im Rahmen einer Gesellschaft, in der alle betroffenen Interessengruppen partizipierten, sondern eine Adelsrepublik, die im Interesse von wenigen Dutzend, weit verzweigten Familien Fernhandelsinteressen durchsetzte.

Dass diese häufig Kompromisse machen mussten, um nicht ähnliche, oft katastrophale Aufstände erleben zu müssen, wie sie sich häufig auf dem Festland ereigneten, ist dabei offensichtlich. Die dicht gedrängte Bevölkerung der Metropole war keineswegs so ruhig und mit dem Regiment des Adels einverstanden, wie es die staatlich gesteuerte Geschichtsschreibung suggeriert. Nur so ist die durchaus vorhandene Vorsorgepolitik verständlich. Gegenüber den Kolonien musste die Regierung weniger Rücksicht nehmen, erst recht gegenüber den oft feindlichen Nachbarn, die sich gegen Venedigs Monopole wehrten.

Damit war dies ein Versuch, den Handel mit Oberitalien zu monopolisieren - eine Tendenz, gegen die sich Städte wie Padua und Bologna in mehreren Kriegen zur Wehr setzten. Noch weiter ging Venedig wenige Jahre später. Der Fluss entwässerte nun nicht mehr in die Lagune. Nicht nur der Brenta, sondern auch Piave und Sile wurden umgeleitet, denn deren Zuflüsse in die Lagune sollten seit dem Der Zusammenhang der räumlichen Gestalt, des Mythos und der Herrschaftsbegründung war so eng, dass die Stadt keine Anbindung an das Festland duldete.

Sie war niemandem untertan, eben weil diese Verbindung nicht bestand. In diesem Sinne war die Lagunenpolitik mit ihren gewaltigen Flussumleitungsprojekten Ausdruck der Herrschaftsideologie des dominierenden Adels. Die Nachbarn auf dem Festland waren in erster Linie potentielle Feinde, deren Eindringen in die Lagune man unter allen Umständen verhindern musste.

Die verwirrenden Kanalnetze waren dabei ein guter Schutz. Wie nahe diese externe Bedrohung rücken konnte, zeigte sich jedoch im Winter auf , als die Lagune zufror - doch nutzte kein Gegner die günstige Gelegenheit, die Stadt ohne Mauer im Handstreich zu nehmen. Ein weiteres Mal fror die Lagune im Winter von auf zu, auch diesmal ohne politische Folgen. Das Projekt der Umleitung der drei Hauptzuflüsse zur Lagune hatte auch ungewollte Nebenwirkungen, denn die Reduzierung von Sedimenten öffnet der erodierenden Wirkung der von der Adria einströmenden Wassermassen immer neue Angriffsflächen, statt ein zähes Gleichgewicht aufrecht zu erhalten - von den Klagen der Bewohner des Festlands gegen die egoistische Politik der Serenissima soll hier nicht die Rede sein.

Jahrhundert war den Zeitgenossen durchaus bewusst, dass die Lagune längst zu einem künstlichen Lebensraum geworden war, der sich von seinen natürlichen Wurzeln schon weit entfernt hatte. Dieses Gremium wurde bald dauerhaft zu einer Institution geformt, die für alle Fragen der Lagune zuständig war. Sie wurde ab vom Collegio und den drei Esecutori flankiert zumindest gab es drei von ihnen. Ab wurde ein öffentlicher Mathematiker bestellt, der, von Experten unterstützt, als Berater fungierte.

Macht und Einfluss dieser Gremien sind nicht zu unterschätzen. Dem Collegio gehörte der Doge an sowie 50 meist hochrangige Vertreter der Verwaltung. Dabei hatten sie weitreichende rechtliche Mittel. Girolamo Priuli vermerkte in seinem Tagebuch, die Hauptaufgabe der Savi bestehe darin, dass sie die Versandung der Lagune verhindern, damit Venedig auf keinen Fall zu Festland werde.

Die drei Einrichtungen wurden bald als Magistrato alle Acque bezeichnet. Dieser garantierte Venedigs Wohlfahrt, seine militärische Sicherheit und seine staatliche Souveränität. Bald wurden die Adligen, die diese Ämter innehatten, von Notaren, Kämmerern und technisch versierten Mitarbeitern unterstützt und beraten. Diese wurden als Periti und Proti bezeichnet. Sie wurden auf Lebenszeit in dieses Amt berufen und entstammten den bürgerlichen Kreisen, den Cittadini originari.

Doch ihr Wissen wurde nicht in geschlossenen Kreisen entwickelt. Sie standen in ständigem Austausch mit acht erfahrenen Fischern, die die Fischerzünfte ernannten. All diese Gremien hatten die Lagune, deren genaue Grenzen durch Grenzsteine markiert wurden, vor jeder Störung zu schützen. Dazu gehörte etwa die Vermüllung, das unberechtigte Beweiden der Sumpfflächen oder nicht genehmigte Trockenlegungen.

Um den Übeltätern auf die Schliche zu kommen, wurde ein System der Kontrolle und Beobachtung, das seit dem Mittelalter bestand, ausgedehnt, und Kästen, in die man Zettel mit Denunziationen werfen konnte, speziell für die Lagune aufgestellt. Aussagewillige Komplizen konnten hier auf Straffreiheit hoffen, die Denunzianten auf Schutz ihrer Anonymität. Zwischen und geschah dies nur in acht Fällen. Mitunter geriet das Wasseramt mit anderen Behörden in Konflikt, wie etwa den für die Landwirtschaft zuständigen Provveditori sopra beni inculti , die sich in der Hauptsache mit der Konzessionierung von Bewässerungsrechten befassten.

So entwickelte sich eine klare Hierarchie zwischen den Magistraten und den Systemen, die in ihren Händen lagen. Venedigs Lagune rangierte hier klar vor allen anderen Bedürfnissen.

Zum Erhalt der Lagune wurde die gesamte natürliche Umgebung, vor allem die Fluss- und Deichsysteme, eingespannt, aber auch die Bedürfnisse der um die Lagune lebenden Bevölkerung hintangestellt.

Diese Rigidität hing mit einer zentralen Verbindung im Denken der Zeit zusammen, nämlich einerseits mit dem Zusammenhang von Schmutz, Gestank, schlechter Luft mal aria und Krankheit auf der einen Seite und Schmutz und moralischer Minderwertigkeit auf der anderen Seite.

Harte Strafen waren für diejenigen vorgesehen, die Müll in die Kanäle oder in die Gassen warfen. Eine Strafe von 5 Dukaten oder Auspeitschen sollte diejenigen treffen, die ertappt wurden. Einerseits war es bei einigen Geschäften unvermeidlich, dass es zu Geruch und Abfällen kam, wie etwa an den Ständen der Fleischverkäufer auf dem Markusplatz. Sie wurden an den Rand des Platzes verbannt - eine weitere Entfernung war nicht durchsetzbar.

Doch nicht nur die Verschmutzung durch Menschen veranlasste weitreichende Aktivitäten. Die Kriege mit den Osmanen, die in der Seeschlacht von Lepanto ihren vorläufigen Höhepunkt fanden, veranlassten den Senat, auch die südlichen Einfahrten in die Lagune militärisch stärker zu sichern.

Dazu sollten fünf achteckige Festungsbauten ottagoni entstehen. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die Befestigungen nicht weiter ausgebaut, doch während die Osmanen Kreta eroberten und beinahe ein Vierteljahrhundert lang dessen Hauptstadt Candia belagerten bis , wurden die Inseln in der Lagune erneut stärker befestigt.

Dabei entstanden nicht nur die Murazzi zur Sicherung der Adriaseite der Lagune in der Zeit zwischen und , sondern es wurden auch - in entsprechend kleineren Abmessungen - die Inselchen gegenüber dem italienischen Festland entsprechend den veränderten Festungsbautechniken ausgebaut. Sie lagen meist an den Schnittpunkten der lagunaren Kanäle, deren Durchfahrt sie mit ihren Kanonen bestreichen konnten, falls feindliche Schiffe von dorther in die Lagune eindringen sollten.

Der Po delle Fornaci bedrohte aber keineswegs die Lagune, wie Contarini in seinen Istorie veneziane feststellte, sondern private Interessen von venezianischen Landbesitzern, die im Gebiet des Nebenarms vor Überschwemmungen geschützt sein wollten. Viel wichtiger war aber, dass mit Hilfe der Umleitung ein für Venedig gefährliches Projekt in den Schlamm- und Sandfluten versenkt werden konnte. Dieses Projekt hatte Alfonso II. Venedig sah darin eine gefährliche Konkurrenz und versenkte mittels des umgeleiteten Po-Nebenarms die Sacca di Goro in Schlamm.

Damit war das Hafenprojekt beendet. Allerdings dauerte es noch bis , bis die Sacca verlandet war. Alvise Cornaro schwebte eine sehr viel grundsätzlichere und radikalere Lösung vor. Er schlug den Bau eines Mauerrings vor. Damit wandte er sich gegen die verbreitete Ansicht, Venedig müsse eine Stadt ohne Stadtmauer bleiben, deren Schutzwall die Lagune sei.

Im Gegenteil machte er weiter gehende Vorschläge, um die Stadt vom Wasser ab- und endgültig dem Land zuzuwenden, aus ihr eine Festlandsstadt zu machen. Sie drohte zunehmend von den Rändern her zu verschwinden. Gleichzeitig entstanden am Ostrand der Lagune die gewaltigen Murazzi, die militärisch und ökologisch die Lagune schützen sollten.

Die Lagune galt zu dieser Zeit als weitgehend stabilisiert, den heutigen Venezianern gilt dieser Zustand vielfach als Ideal. Der Magistrato alle Aque , der seinen Ehrgeiz darein gesetzt hatte, ein Gleichgewicht in der Lagune herzustellen, wurde durch die ab herrschende italienische Regierung zunehmend mit Beamten aufgefüllt, die nicht aus Venedig stammten.

Waffen- und Antriebstechniken veränderten zudem das Verhalten der Menschen in der Lagune, und dessen Auswirkungen. Hinzu kam der überaus starke Wellenschlag, der sowohl die fragilen Häuser in Venedig und in allen Orten der Lagune bis heute bedroht, als auch die zerbrechlichen Strukturen der Lagune selbst.

Doch dies war nichts im Vergleich zur Nutzung ab Anfang des Der stärkste Eingriff erfolgte mit der Umwandlung Margheras und seiner Nachbarstädte in eine Industriezone. Und bald in enger Zusammenarbeit mit dem faschistischen Regime, das die Kriegsproduktion förderte und die Interessenvertretungen der Arbeitschaft ausschaltete. Die neuen Arbeiterstädte sonderte ihre Abwässer in die Lagune ab, verwandelten den Westrand in ein Gebiet extrem dichter Besiedlung und industrieller Nutzung.

Damit Schiffe diese Industrieregion durch die Lagune erreichen konnten, mussten nicht nur die Einfahrten verbreitert und vertieft werden, sondern tiefere und breitere Kanäle entstanden, vor allem der Canale dei Petroli. Am heftigsten stritt man in den er Jahren um das Dioxin, das sowohl die Gesundheit der Bewohner bedrohte als auch den Fischfang, den Fang von Krebsen und Muscheln. Nun versuchte man sie mit Palisaden zu schützen. Das aus den Lagerstätten gewonnene Erdöl wird vor dem Transport zur Raffinerie vor Ort aufbereitet, im Wesentlichen durch eine grobe Trennung von unerwünschten Bestandteilen, etwa Sedimenten und Wasser.

Nach diesen ersten Verarbeitungsschritten wird das jetzt entstandene Rohöl per Schiff oder Pipeline zur Raffinerie geliefert. Hier wird das Flüssigkeitsgemisch in weiteren Schritten mit einem speziellen Destillationsverfahren in unterschiedliche Fraktionen getrennt und zu verkaufsfähigen Produkten aufbereitet. Die Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass keine Stoffe des Rohöls ungenutzt bleiben. Selbst das als unerwünschtes Nebenprodukt anfallende Raffineriegas findet Verwendung.

Es wird entweder direkt in den Prozessöfen als Energieträger benutzt oder in der chemischen Weiterverarbeitung als Synthesegas eingesetzt. Das Salz löst sich in der wässrigen Phase dieser Emulsion. Die Emulsion wird dann in einem elektrostatischen Entsalzer wieder getrennt, wobei das salzhaltige Wasser sich am Boden absetzt und entsprechenden Aufbereitungsanlagen zugeführt wird und das entsalzte Rohöl weiter zur Destillation gepumpt wird.

Durch Arbeiten bei erhöhtem Druck wird verhindert, dass leichtflüchtige Komponenten bei diesem Verfahrensschritt ausdampfen. Nach der Entsalzung wird das Rohöl in zwei Stufen erwärmt. Die Vorwärmung geschieht in Wärmetauschern durch Wärmerückgewinnung des ablaufenden Produkts. Das Temperaturprofil fällt nach oben hin ab. Da die Temperatur im Sumpf, also am Boden der Kolonne, am höchsten ist und die leichten Bestandteile somit nicht kondensieren können, steigen sie gasförmig weiter nach oben.

Diese erste Rektifikation findet bei atmosphärischem Druck statt und wird daher atmosphärische Rektifikation genannt. Die Produkte der Vakuumdestillation sind Vakuumgasöl und der sogenannte Vakuumrückstand engl.: Nach der Primärverarbeitung wird eine Reihe von Veredlungsverfahren angewendet, um Schadstoffe Schwefel, Stickstoff zu entfernen und die Qualität der Zwischenprodukte zu verbessern.

Die bei der fraktionierten Destillation anfallenden Komponenten Naphtha, Mitteldestillate , Vakuumgasöle sind noch reich an Schwefelverbindungen. Diese würden bei der Weiterverarbeitung katalytisches Reforming, s. Am Beispiel die Umsetzung von Merkaptanen: Weiterhin erhält man Wasserstoff als Produkt, der in den Hydrotreating- und in Hydrocracking-Prozessen eingesetzt wird.

Eine unerwünschte Nebenreaktion ist die Verkokung des Katalysators durch Polymerisations- und Dehydrierungsreaktionen. In der Isomerisierung werden n -Alkane in iso -Alkane mit dem Ziel der Oktanzahlverbesserung umgewandelt oder das Substitutionsmuster an Aromaten verändert.

So wird meta -Xylol in o - und p -Xylol isomerisiert, da diese zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid oder Dimethylterephthalat verwendet werden. Es sind ähnliche Katalysatoren wie beim katalytischen Reforming im Einsatz. Durch die im Vergleich zum katalytischen Reforming moderaten Verfahrensbedingungen werden Crack- und Ringschlussreaktionen weitgehend unterdrückt.

Weitere Isomerisationsverfahren beziehen sich auf die Umwandlung von n -Pentan zu Isopentan bzw. Zukunft der weltweiten Ölversorgung, Seite 42, eigene Übersetzung. Lange bevor die Vorräte erschöpft sind, geht die Produktion zurück. Diese einfache statistische Auswertung funktioniert aber vor Erreichen des Fördermaximums nicht immer; genauere Ergebnisse erhält man, wenn auch die Funde neuer Ölquellen in die Betrachtung einbezogen werden: Bevor ein Ölfeld ausgebeutet werden kann, muss es erst einmal gefunden und erschlossen werden das scheint trivial, sei aber hier nochmal gesagt, da es in mancher Diskussion vergessen wird.

Ölfunde von bis Schätzungen ab Änderungen sind zurückdatiert Zur Erklärung gibt es zwei grundverschiedene Annahmen: Die einen oft Ökonomen sehen keinen Grund zur Unruhe. Dass seit den 70er Jahren wenige neue Ölfelder gefunden wurden, liege daran, dass ölreiche Länder wie Irak, Iran und Saudi Arabien in den vergangenen Jahren keinen Grund hatten, Öl zu suchen — und hohe Ölpreise wären ein Grund.

Allerdings gibt es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Ölpreis und Ölfunden, und geopolitische Hindernisse der Suche nach neuen Erdölquellen wie die Irakkriege alleine reichen nicht aus, den Rückgang der Funde zu erklären. Einer der ersten dieser Mahner war der ehemalige Produktionschef von Saudi Aramco, Sadad Al Husseini, der seit Mitte der 90er Jahre darauf hinweist, dass weniger Öl entdeckt als gefördert wird, die Vorräte also zurückgehen.

Die Botschaft dieser Mahner: Inzwischen kennen wir die Voraussetzung für die Entstehung von Erdöl gut genug, um zu wissen, wo wir suchen müssen; die wesentlichen Erdölvorkommen sind bereits entdeckt, die lohnenden werden bereits ausgebeutet. Die Schätzung der Geologen, wie viel Öl noch zu entdecken ist, liegen alle unter oder um Milliarden Barrel siehe auch Abbildung oben — wir müssen daher uns auf eine in Zukunft sinkende Ölproduktion einstellen.

Campbell geht von folgenden Zahlen aus: In der Vergangenheit wurden Milliarden Barrel Öl gefördert; Milliarden Barrel liegen noch in den bekannten Ölfeldern und weitere Milliarden Barrel werden aus Ölfeldern hinzukommen, die als sicher gelten, aber noch zu entdecken sind.

Nach diesen Annahmen aber wäre die Hälfte der konventionellen Ölvorräte bereits verbraucht — und nach der Hubbert'schen Glockenkurve der Höhepunkt der Ölförderung erreicht , Abbildung unten. Colin Campbells Szenario der Weltöl- und Gasförderung.

Beim konventionellen Öl ist der Höhepunkt der Förderung erreicht, unkonventionelle Ölquellen können ihn um ein paar Jahre hinauszögern. Beim Gas sieht er den Höhepunkt um erreicht. In ihrem Weltenergiebericht World Energy Outlook hat auch die Internationale Energieagentur IEA vermutet, dass der Spitzenwert der Rohölproduktion aus dem Jahr von etwa 70 Millionen Barrel nicht wieder erreicht wird, und damit indirekt den Mahnern zumindest teilweise nachträglich Recht gegeben.

Das amerikanische "Schieferöl" scheint nun zu neuen Hoffnungen Anlass zu geben: Optimisten wie der dänische Statistiker Björn Lomborg behaupten schon lange, dass es derart riesige Mengen an Schieferöl gäbe, dass diese "ausreichen, um unseren gesamten Energiebedarf für 5. Echtes Schieferöl kann jedoch nur mit erheblichem Energieaufwand gewonnen werden: Dazu wird unter hohem Druck eine Flüssigkeit in das Gestein gepresst, um Risse im Gestein zu erzeugen und auszuweiten.

Das funktioniert jedoch nur in der unmittelbaren Umgebung des Bohrlochs, so dass wesentlich mehr Bohrtürme als bei der konventionellen Ölförderung eingesetzt werden müssen. Die Gewinnung von Energie kostet selber Energie: Energy Return on Energy Input gemessen. Unabhängig von der Frage nach der Menge ist aber sicher: Die Zeit des billigen Öls ist mittel- und langfristig vorbei.

Die Produktion aus zur Neige gehenden Ölfeldern wird immer teurer, da der Aufwand steigt; neue Ölfelder sind in der Regel kleiner und liegen in immer unzugänglicheren Regionen der Erde, was ihre Ausbeutung ebenfalls teuer macht, und die Gewinnung von Öl aus der Tiefsee, aus Teersanden oder mittels Fracking ist noch teurer. Wenn die Lücke zwischen Nachfrage und Produktion wieder aufgeht, können aufgrund der Konzentration der Ölförderung in wenigen Ländern können die Produzenten ihre Kosten auch wieder weitergeben.

Steigende Preise sind überhaupt die Voraussetzung dafür, dass der prognostizierte Bedarf gedeckt werden kann, da sich nur dann weitere Investitionen in die Ölgewinnung lohnen. Die einzige Chance, diese Spirale zu durchbrechen, wäre eine dauerhaft sinkende Nachfrage. Im Herbst ging eine Nachricht um die Welt: Wenn diese bisher noch nicht bestätigten Schätzungen stimmen, wäre dies der bedeutendste Rohölfund seit den er Jahren, und Brasiliens Ölreserven wären mit denen von Venezuela oder Russland vergleichbar.

Aber auch dieser Fund wird nicht ausreichen, um den Verlust anderer Fördergebiete auszugleichen; und: Die brasilianische Erdölgesellschaft Petrobras gilt als führend bei offshore -Fördertechniken, ihre bisher tiefste Förderstelle liegt aber bei 2.

Wenn der Ölpreis auch von der Rivalität zwischen dem Iran und Saudi-Arabien abhängt, sollte uns das nicht freuen: Der überwiegend schiitische Iran unterstützt schiitische Milizen im Irak, die dort gegen den sunnitischen "Islamischen Staat" IS kämpfen, sponsert die schiitische Hisbollah, die unter anderem das Regime in Syrien im dortigen Bürgerkrieg unterstützt und den IS bekämpft sponsert aber - was zeigt, dass nicht die Religion, sondern Machtinteresse die zentrale Triebkraft ist - in Gaza auch die sunnitische Hamas, die ebenso wie die Hisbollah Israel bekämpft und steht auch im Bürgerkrieg im Jemen an der Seite der schiitischen Huthis.

Damit hat sich der Iran gegen das sunnitische Saudi-Arabien gestellt, das die islamistischen Assad-Gegner in Syrien mit Geld und Waffenlieferungen unterstützt, im Jemen direkt in den Krieg gegen die Huthi-Rebellen eingegriffen hat und ohnehin glaubt, dass der Iran hinter dem arabischen Frühling steckt, in dem sunnitische Herrscher ringsum eine Bedrohung ihrer Macht sahen und gegen dessen Folgen Saudi-Arabien überall mit Predigern und der Finanzierung von Koranschulen kämpft, die die totalitäre wahhabitische Islam-Auslegung verbreiten sollen.

Und wie Drogensüchtige auch nicht interessiert, was mit ihrem Geld eigentlich angerichtet wird, sah das bei unseren Ölimporten nicht anders aus. Die Ölproduzenten der Erde. Nicht alle Ölproduzenten sind auch Ölexporteure, China und Indien beispielsweise sind Netto-Importeure, da ihr Verbrauch die Fördermenge überschreitet. Abbildung nach Le Monde diplomatique: Den Förderländern selbst hat das Erdöl auch oft kein Glück gebracht: Wenn man Reichtum einfach aus dem Boden pumpen kann, fördert das nicht unbedingt Erfindungsreichtum und Produktivität, wohl aber autokratische Herrschaftsformen und Korruption:

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Sie standen in ständigem Austausch mit acht erfahrenen Fischern, die die Fischerzünfte ernannten. Als gesichert gilt die durchgängige Besiedlung spätestens ab dem 1.

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Diese Güter dienten überwiegend der Selbstversorgung der in den städtischen Siedlungen lebenden, vermögenden Familien. Selbst das als unerwünschtes Nebenprodukt anfallende Raffineriegas findet Verwendung.

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